Sicherheit
Übersicht
Werkszeit ist eine Anwendung für Zeiterfassung, Lohnzettel und Mitarbeiter-Selbstbedienung. Sicherheit ist für uns kein Feature, sondern eine Grundvoraussetzung: Mitarbeitende und Administrator:innen müssen sich auf verlässliche Identitätsprüfung, nachvollziehbare Login-Ereignisse und einen Stand der Technik gemäß DSGVO Art. 32 verlassen können. Unsere Leitlinien dafür sind eine Zero-Trust-Passwort-Policy auf Basis von NIST SP 800-63B, ein Passkey-First-Login mit WebAuthn als bevorzugtem Verfahren sowie getrennte, protokollierte Login-Wege für Mitarbeitende und Admins.
Jede Anmeldung, jeder Fehlversuch und jede Änderung an Authentifizierungs- Faktoren (Passwort, Passkey, TOTP, Recovery-Codes) wird als Login-Event auditierbar erfasst. Die Ereignisse sind Bestandteil einer hashverketteten Kette, sodass nachträgliche Änderungen an Log-Einträgen erkennbar werden. Diese Seite beschreibt die extern sichtbaren Aspekte dieser Architektur.
Passwort-Policy
Unsere Passwort-Prüfung folgt NIST SP 800-63B §5.1.1.2 ("Memorized Secret Verifiers") und dem aktuellen BSI-Grundschutz ORP.4.A23. Konkret gilt:
- Mindestens 12 Zeichen. Wir erlauben Passphrasen bis 256 Zeichen; lange Phrasen sind sicherer als kurze Hieroglyphen.
- Keine Komplexitätsregeln. Wir erzwingen keine Mischung aus Groß- und Kleinschreibung, Ziffern oder Sonderzeichen. NIST SP 800-63B untersagt derartige Regeln ausdrücklich, weil sie empirisch zu schwächeren Passwörtern führen.
- Keine anlasslose Rotation. Wir erzwingen keinen periodischen Passwortwechsel. Ein Wechsel wird ausschließlich angeordnet, wenn ein konkreter Kompromittierungs-Verdacht vorliegt.
- Abgleich gegen kompromittierte Passwörter. Jedes neu gesetzte Passwort wird gegen eine Liste bekannter Leak-Corpora (unter anderem Have-I-Been-Pwned per k-Anonymity-API) geprüft. Treffer werden abgelehnt.
- Kontextprüfung. Das Passwort darf den lokalen Teil der E-Mail-Adresse nicht als Substring enthalten.
Entscheidungsgrundlage ist ADR-0004 ("NIST
SP 800-63B-aligned password policy"). Das ADR dokumentiert die
regulatorische Belastbarkeit gegenüber DSGVO Art. 32, NIS2-UmsG §30,
BSI-Grundschutz ORP.4.A23 und SOC-2-Prüfungen. Es wird im internen
Repository unter docs/werkszeit/adr/0004-nist-800-63b-password-policy.md
geführt und auf Anfrage im Rahmen von Audits bereitgestellt.
Zwei-Faktor-Authentifizierung
Der zweite Faktor ergänzt das Wissen (Passwort) um einen weiteren Nachweis. Werkszeit unterstützt drei Verfahren nebeneinander, damit alle Nutzer:innen — auch ohne Smartphone oder mit eingeschränktem Netzempfang — sicher anmelden können:
- Passkey / WebAuthn
- Bevorzugtes Verfahren. Ein kryptografischer Schlüssel auf Ihrem Gerät (Smartphone, Laptop, Sicherheitsschlüssel) ersetzt das Passwort. Details siehe nächster Abschnitt.
- TOTP (Time-based One-Time Password)
- Sechsstellige Einmal-Codes, die alle 30 Sekunden in einer Authenticator-App wie 1Password, Bitwarden, Google Authenticator oder Aegis erzeugt werden. Funktioniert auch offline.
- Recovery-Codes
- Einmalig anwendbare Notfall-Codes. Sie werden bei der Einrichtung der Zwei-Faktor-Authentifizierung erzeugt und sollten ausgedruckt oder in einem Passwort-Manager abgelegt werden. Auf unserer Seite werden die Codes mit Argon2id gehasht gespeichert; das Klartext-Code ist uns nach der Einrichtung nicht mehr bekannt.
Passkey / WebAuthn
Ein Passkey ist ein kryptografisches Schlüsselpaar, das direkt auf Ihrem Gerät erzeugt und gespeichert wird. Der geheime Teil verlässt das Gerät nicht; nur der öffentliche Teil wird bei uns hinterlegt. Dadurch ist ein Passkey-Login phishingsicher: Selbst wenn Sie auf eine gefälschte Kopie unserer Seite geraten, kann diese den Schlüssel nicht ausleiten, da der Browser die Ursprungs-Domain mit signiert.
Werkszeit unterstützt Passkeys auf allen WebAuthn-fähigen Plattformen:
- Apple iOS und macOS mit Face ID oder Touch ID
- Android mit dem Google-Passwort-Manager
- Windows mit Windows Hello (Gesicht, Fingerabdruck, PIN)
- Hardware-Sicherheitsschlüssel nach FIDO2-Standard (z. B. YubiKey, SoloKey, Nitrokey)
Sie können mehrere Passkeys parallel hinterlegen, etwa einen auf dem Smartphone und einen auf einem Sicherheitsschlüssel, um bei Geräteverlust nicht ausgesperrt zu werden. Die Verwaltung der Passkeys erfolgt im ESS-Login-Bereich.
Rate-Limit und Anomaly-Detection
Statt eines klassischen Account-Lockouts, der sich gegen legitime Nutzer:innen ebenso leicht missbrauchen lässt wie gegen Angreifer, setzt Werkszeit auf Sliding-Window-Rate-Limits:
- Pro E-Mail-Adresse auf dem Passwort-Endpunkt werden Anmelde-Versuche auf eine Anfrage pro Sekunde begrenzt.
- Pro IP-Adresse gelten gestufte Obergrenzen, um Credential-Stuffing aus einzelnen Netzen wirkungslos zu machen.
- Für TOTP- und Recovery-Code-Eingaben gilt ein weiteres Limit pro Session-User.
Jede Anmeldung, jeder Fehlversuch, jede Änderung an Authentifizierungs-Faktoren schreibt ein Login-Event in eine hashverkettete Ereignis-Kette. Jeder neue Eintrag referenziert den Hash seines Vorgängers; eine nachträgliche Änderung an einer älteren Zeile bricht die Kette und wird bei der nächsten Revision sichtbar. Damit erfüllen wir BetrVG §87 Abs. 1 Nr. 6 (mitbestimmungsrelevante Positivliste der protokollierten Ereignisse) und GoBD-Anforderungen an Nachvollziehbarkeit.
Sicherheitsmeldungen
Sie haben eine mögliche Sicherheitslücke in Werkszeit entdeckt? Wir freuen uns über Hinweise und behandeln alle Meldungen vertraulich.
- Kontakt
- E-Mail an [email protected] mit Betreff „Sicherheitsmeldung". Bitte geben Sie eine Beschreibung der Beobachtung, betroffene URL oder Endpunkt und — soweit möglich — einen Reproduktionspfad an.
- Koordinierte Offenlegung
- Die maschinenlesbaren Kontaktdaten liegen nach RFC 9116 unter security.txt. Dort finden Sie auch bevorzugte Sprachen, die Canonical-URL und unsere Policy-URL.
- Anerkennung
- Wir halten uns an das Prinzip der koordinierten Offenlegung: Nach Erhalt Ihrer Meldung bestätigen wir den Eingang, stimmen mit Ihnen einen Offenlegungs-Zeitplan ab und nennen Sie auf Wunsch in den Release-Notes des schließenden Patches.
Compliance
Die hier beschriebenen Maßnahmen sind auf die folgenden regulatorischen Rahmen ausgelegt:
- BFSG (Barrierefreiheitsstärkungsgesetz) in Verbindung mit EN 301 549 / WCAG 2.1 AA — die ESS-Webformulare sind framework-frei und werden mit axe-core gegen WCAG-2.1-AA-Regelsätze geprüft, siehe Barrierefreiheitserklärung.
- DSGVO Art. 32 — Stand-der-Technik-Nachweis über NIST SP 800-63B, BSI-Grundschutz ORP.4.A23 und Argon2id-Parameter (m = 64 MiB, t = 3, p = 4).
- BetrVG §87 Abs. 1 Nr. 6 — die Login-Event-Positivliste ist abschließend definiert und Bestandteil der Betriebsvereinbarung; es werden ausschließlich die dort genannten Ereignistypen protokolliert.
- GoBD — die Login-Events werden revisionssicher über die Hash-Chain abgesichert und gemäß den gesetzlichen Aufbewahrungs- Fristen vorgehalten.
Weitere Angaben zur Verarbeitung personenbezogener Daten finden Sie in der Datenschutzerklärung. Die Anbieterkennzeichnung steht im Impressum.